Zur Vorlage des Berichts des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag "Biometrische Identifikationssysteme" erklären der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Jörg Tauss, und die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, Ulla Burchardt:
27.06.2002 | Biometrische Verfahren weiter erforschen
Pressemitteilungen
Der Einsatz von biometrischen Daten - also individueller körper-licher Merkmale wie Fingerabdruck, Stimme oder Gesichtsform - zur Identifikation von Personen wirft vielfältige technische, rechtliche, soziale und ökonomische Fragen auf. Auf viele dieser Fragen gibt es bislang kaum befriedigende Antworten.
Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) im Auftrag des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung erarbeitet und heute vorgelegt hat.
Biometrische Verfahren und Systeme befinden sich weltweit auf dem Vormarsch. Neben der Verwendung als Zugangscodes zu Computersystemen oder geschützten Gebäuden sind biometrische Daten seit den furchtbaren Anschlägen vom 11. September 2001 zunehmend auch als Element von Identitätsdokumenten, wie Personalausweisen und Reisepässen, in der Diskussion. Der Bundestag hat durch die Verabschiedung des Terrorismusbekämpfungsgesetzes grundsätzliche Voraussetzungen für den Einsatz biometrischer Daten auf Personaldokumenten geschaffen.
Allerdings zeigt die Studie des TAB, dass trotz unbezweifelbarer Vorzüge der Technologie noch erhebliche Unwägbarkeiten hinsichtlich der Leistungsfähigkeit, der Zuverlässigkeit und der Sicherheit biometrischer Systeme bestehen. Zwar existieren national wie international eine ganze Fülle von Forschungsvorhaben und Pilotprojekten, die sich mit einzelnen Aspekten der komplexen Materie befassen. Ein differenzierter Leistungsvergleich zwischen unterschiedlichen Systemen ist aber auf Basis der bislang verfügbaren Daten nicht möglich. Trotz erkennbarer technischer Fortschritte ist nach Auffassung des TAB nach wie vor Skepsis gegenüber Berichten und Einschätzungen über vermeintliche hohe Standards bei Sicherheit und Zuverlässigkeit biometrischer Systeme angebracht. Eine umfassende Risikoanalyse steht ebenso aus wie systematische Marktstudien. Besonders problematisch ist die Tatsache, dass ein unabhängiges Gutachterwesen kaum existiert. Experten auf dem Gebiet der Biometrie sind in aller Regel in die Entwicklung und Vermarktung neuer Systeme eingebunden und insofern nicht unvoreingenommen.
Die Studie zeigt: Vor einem breiten Einsatz der neuen Technologie, sollte zunächst der vom TAB ermittelte erhebliche Forschungs- und Handlungsbedarf abgearbeitet werden. Eine systematische Folgen- und Risikoanalyse und eine gewissenhafte Auswertung der Ergebnisse von Pilotprojekten auch im Interesse einer zielgerichteten Förderung der besten Lösungen sind das Mindeste, was jetzt in Angriff genommen werden muss.
Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) im Auftrag des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung erarbeitet und heute vorgelegt hat.
Biometrische Verfahren und Systeme befinden sich weltweit auf dem Vormarsch. Neben der Verwendung als Zugangscodes zu Computersystemen oder geschützten Gebäuden sind biometrische Daten seit den furchtbaren Anschlägen vom 11. September 2001 zunehmend auch als Element von Identitätsdokumenten, wie Personalausweisen und Reisepässen, in der Diskussion. Der Bundestag hat durch die Verabschiedung des Terrorismusbekämpfungsgesetzes grundsätzliche Voraussetzungen für den Einsatz biometrischer Daten auf Personaldokumenten geschaffen.
Allerdings zeigt die Studie des TAB, dass trotz unbezweifelbarer Vorzüge der Technologie noch erhebliche Unwägbarkeiten hinsichtlich der Leistungsfähigkeit, der Zuverlässigkeit und der Sicherheit biometrischer Systeme bestehen. Zwar existieren national wie international eine ganze Fülle von Forschungsvorhaben und Pilotprojekten, die sich mit einzelnen Aspekten der komplexen Materie befassen. Ein differenzierter Leistungsvergleich zwischen unterschiedlichen Systemen ist aber auf Basis der bislang verfügbaren Daten nicht möglich. Trotz erkennbarer technischer Fortschritte ist nach Auffassung des TAB nach wie vor Skepsis gegenüber Berichten und Einschätzungen über vermeintliche hohe Standards bei Sicherheit und Zuverlässigkeit biometrischer Systeme angebracht. Eine umfassende Risikoanalyse steht ebenso aus wie systematische Marktstudien. Besonders problematisch ist die Tatsache, dass ein unabhängiges Gutachterwesen kaum existiert. Experten auf dem Gebiet der Biometrie sind in aller Regel in die Entwicklung und Vermarktung neuer Systeme eingebunden und insofern nicht unvoreingenommen.
Die Studie zeigt: Vor einem breiten Einsatz der neuen Technologie, sollte zunächst der vom TAB ermittelte erhebliche Forschungs- und Handlungsbedarf abgearbeitet werden. Eine systematische Folgen- und Risikoanalyse und eine gewissenhafte Auswertung der Ergebnisse von Pilotprojekten auch im Interesse einer zielgerichteten Förderung der besten Lösungen sind das Mindeste, was jetzt in Angriff genommen werden muss.
Veröffentlicht am 27.06.2002






