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24.06.2002 | Am Beginn einer neuen Bildungsreform

Pressemitteilungen

Zu den Vorabveröffentlichungen zur PISA-E-Studie erklären der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Michael Müller, und der bildungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jörg Tauss:

Die SPD-Bundestagsfraktion nimmt die Ergebnisse der PISA- Studie E als Herausforderung zur Kenntnis, die politischen Kräfte auf eine neue Phase von Bildungsreformen zu konzentrieren. Sie darf allerdings nicht Anlass für vordergründigen Parteienstreit sein, dafür ist das Thema zu wichtig. Die Bildung ist der Reichtum unseres Landes und dieser Reichtum muss gepflegt werden.

Dabei bedauert die SPD-Bundestagsfraktion es durchaus, dass die vielen sozialdemokratischen Reformansätze der letzten beiden Jahrzehnte immer wieder in den Mühlen der Bürokratie und an den Widerständen einzelner Länder gescheitert sind. Tatsächlich ist die Bildungspolitik unter den Bedingungen der Globalisierung eine zentrale Aufgabe für unsere Gesellschaft, deren zukünftige Leistungsfähigkeit von der Qualität des Wissens abhängig sein wird.

Die Ergebnisse von PISA zeigen vor allem zwei zentrale Aufgaben: Die sozialen Barrieren im Zugang zu Bildungschancen sind in kaum einem anderen Land so hoch wie in Deutschland. Sie haben sich in den letzten Jahren sogar verschlechtert. Das gilt in besonderer Weise auch für die Integration ausländischer Schülerinnen und Schüler. Als Erstes müssen deshalb die Auslesemechanismen beseitigt werden. Zum Anderen müssen die Schüler besser motiviert und gefördert werden. Hier zeigt sich auch eine Schwäche in der Lehrerausbildung.

Von daher brauchen wir eine solidarische Gemeinschafsan strengung, um zu mehr Qualität zu kommen. Der Beschluss der Bundesregierung, vier Milliarden Euro für den Ausbau von Ganztagsschulen zur Verfügung zu stellen, ist ein erster wichtiger Schritt. Dazu gehört auch der Beschluss des Bundestages, einen jährlichen Bildungsbericht zu erstellen und einen Sachverständigenrat für Bildungsfragen einzurichten. Weitere Initiativen werden folgen, wozu insbesondere die Verbesserung der Lehrerausbildung und ein besseres Betreuungs- und Bildungsangebot im Vorschul- und Grundschulbereich gehören.

Die SPD wird die Herausforderung einer neuen Bildungsreform annehmen. Sie will unser Land zum Bildungsland Nr. 1 in Europa machen.