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01.12.2008 | Guten Trend verstärken: Hochschulpakt II zu einem Pakt für die Studierenden machen

Pressemitteilungen

Anlässlich der heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Studierendenzahlen erklären die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Christel Humme und der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Jörg Tauss:

Guten Trend verstärken: Hochschulpakt II zu einem Pakt für die Studierenden machen

Der Hochschulpakt war die richtige Antwort, um mehr jungen Menschen ein Studium zu ermöglichen. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen: Die Zahl der Studienanfänger steigt, die Studienanfängerquote hat mit über 39 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. Dieser Trend muss jetzt verstärkt werden. Dafür brauchen wir einen Hochschulpakt II, der angesichts der weiter steigenden Nachfrage für noch mehr Studienkapazitäten und eine bessere Lehre an den Hochschulen in Deutschland sorgt.

Die guten Zahlen sollten die letzten Skeptiker endgültig überzeugen: Es war richtig, dass die SPD in der Föderalismusreform die hochschulpolitische Kooperationsmöglichkeit von Bund und Ländern im Grundgesetz erkämpft hat. Und es war mehr als konsequent, dass die SPD-Bundestagsfraktion im Hochschulpakt neben der Forschungsförderung eine eigene Säule für den Ausbau der Studienkapazitäten durchgesetzt hat. Damit bezuschusst der Bund bis 2010 mehr als 90.000 zusätzliche Studienanfängerinnen und -anfänger. Mit der jüngsten BAfoeG-Erhöhung haben wir ausserdem erheblich mehr jungen Menschen mehr Geld fürs Studium gegeben. Auch das war ein wichtiger Schritt, um die Studierneigung gerade von jungen Erwachsenen aus einkommensschwächeren Elternhäusern zu erhöhen. Und schliesslich weist das Statistische Bundesamt darauf hin, dass sich offenbar auch die Abschaffung der Studiengebühren in Hessen positiv ausgewirkt hat.

Dieser Weg muss konsequent weiter beschritten werden. Wir brauchen noch mehr und qualitativ bessere Studienplätze. Die Kultusministerkonferenz rechnet bis 2015 mit einer weiteren Nachfragesteigerung von etwa 275.000 Studienanfängerinnen und -anfängern. Diese Chance muss genutzt werden. Deutschland braucht mehr Studierende. Deswegen müssen Bund und Länder jetzt rasch einen Hochschulpakt II vereinbaren, der allen studierwilligen jungen Menschen in den kommenden Jahren die Chance auf ein gutes Studium gibt. Der Hochschulpakt muss zu einem echten "Pakt für die Studierenden" werden, der klar auf den weiteren Ausbau der Studienkapazitäten und auf die Verbesserung der Qualität in Studium und Lehre ausgerichtet wird. Ausserdem brauchen wir erweiterte und bundeseinheitliche Zugangsregelungen für beruflich Qualifizierte ohne Abitur.

Unser Ziel ist es, die Studienanfängerquote auf mindestens 40 Prozent zu steigern. Angesichts der weiter steigenden Zahl an Studienberechtigten in den kommenden Jahren ist das eine enorme Herausforderung. Die SPD-Bundestagsfraktion steht zur gesamtstaatlichen Verantwortung, die der Bund hier gemeinsam mit den Ländern trägt. Für uns bleibt klar: Wer studieren will, muss dazu die Möglichkeit erhalten. Dafür brauchen wir starke und offene Hochschulen und exzellente Studienbedingungen. Nur so können wir dem drohenden Mangel an hochqualifizierten Fachkräften wirksam vorbeugen und allen Menschen Aufstiegschancen und gute Perspektiven für ihre Zukunft eröffnen. Daher darf ein Studium nicht am Geld, an fehlenden Studienplätzen oder anderen Barrieren scheitern.