Anlässlich der heute vorgestellten OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2008" erklären die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Christel Humme, MdB, und der bildungs- und forschungspolitische Sprecher Jörg Tauss, MdB:
09.09.2008 | OECD-Studie: Bildungsgipfel muss Chancengleichheit voranbringen und Bildungsausgaben steigern
Pressemitteilungen
OECD-Studie: Bildungsgipfel muss Chancengleichheit voranbringen und Bildungsausgaben steigern
Wieder einmal bestätigt der internationale Vergleich, wie wichtig und notwendig es ist, dass sich Bund und Länder beim Bildungsgipfel auf substanzielle Schritte für bessere Bildung und mehr Chancengleichheit in Deutschland verständigen. Wir brauchen eine echte Bildungsoffensive.
Die OECD dokumentiert erneut den dringenden Handlungsbedarf: Unser Bildungssystem erreicht bei vielen wichtigen Indikatoren nur unterdurchschnittliche Leistungen. Geradezu alarmierend ist der OECD-Befund, dass in Deutschland der Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben rückläufig ist – und das trotz der deutlich gestiegenen Bundesmittel. Bund und Länder müssen ihre Anstrengungen daher weiter erhöhen und auf dem von der SPD 1998 begonnenen Weg der Bildungsreformen noch entschiedener voranschreiten.
Die Studie belegt: Gerade im wichtigen Bereich der hochqualifizierten
Fachkräfte verlieren wir weiter an Boden. Während im OECD-Durchschnitt der Anteil an Studienanfängern eines Jahrgangs bis 2006 auf 56 Prozent stieg, stagniert er in Deutschland bei 36 Prozent und war zuletzt sogar leicht rückläufig. So erfreulich es auch ist, dass Deutschland international ein zunehmend attraktiver Studienstandort ist, so wenig ändert dies an dem bestehenden strukturellen Defizit unseres Bildungssystems zur Deckung unseres steigenden Fachkräftebedarfs. Auch gelingt der Übergang in die Berufsbildung und das Erwerbsleben in Deutschland im Vergelich weiterhin schlechter als in anderen Ländern. Ebenso bleibt die ungerechte soziale Selektivität unseres Bildungssystems offenbar ungebrochen, und es drohen weitere Rückschläge bei der Bildungsintegration von jungen Menschen mit Migrationshintergrund.
Auf dem bevorstehende Bildungsgipfel werden Frau Schavan und die unionsgeführten Länder Farbe bekennen müssen, zu welchen wichtigen und notwendigen Bildungsreformen sie willens und in der Lage sind. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert hier konkrete Vereinbarungen von Bund und Ländern
- für eine Steigerung der öffentlichen Bildungsausgaben,
- für den Ausbau, die Qualitätsverbesserung und die Beitragsfreiheit der frühkindlichen Bildung,
- für eine konzertierte Hochschulpolitik, die die chronische Unterfinanzierung der Hochschulen beendet und den Zugang für Studierende ohne Abitur vereinfacht,
- für ein flächendeckendes Ganztagschulangebot und
- für die Schaffung eines echten Weiterbildungspaktes.
Die Tagesordnung ist lang, aber machbar. Showveranstaltungen kann sich Deutschland im internationalen Bildungswettbewerb nicht leisten.






