Anlässlich der heutigen Veröffentlichung des 10. Studierendensurvey erklärt der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jörg Tauss, MdB:
14.08.08 | Das Ziel lautet: Gute Lehre für alle
Pressemitteilungen
Das Ziel lautet: Gute Lehre für alle
Die Verbesserungen in der Lehrqualität an den Hochschulen sind ermutigend. Hieran muss eine qualitätsorientierte Hochschulpolitik, die die Verbesserung der Studienbedingungen in den Mittelpunkt stellt, konsequent anschließen. Die Wünsche der Studierenden nach besserer Beratung und Betreuung sind Auftrag zum Handeln. Gleichzeitig zeigt die Studie erneut, in welch hohem Maße die Chancen auf ein Hochschulstudium immer noch von der sozialen Herkunft der jungen Menschen abhängen. Dazu gehört auch das Problem, dass soziale Benachteiligungen, die in frühen Bildungsphasen entstehen, später kaum noch ausgeglichen werden können, weil es für beruflich Qualifizierte ohne Abitur kaum Chancen auf ein Studium gibt. Chancengleichheit sieht anders aus.
Aus all diesen Gründen setzt sich die SPD-Bundestagsfraktion dafür ein, dass ein Hochschulpakt II zu einem echten "Pakt für die Studierenden" wird. Der Hochschulpakt II muss voll auf den weiteren Ausbau der Studienkapazitäten und die Verbesserung der Studienbedingungen ausgerichtet werden. Das heißt für uns konkret, verbindliche Vereinbarungen von Bund und Ländern
- zum weiteren Ausbau der Studienplätze; wir benötigen mindestens 200.000 zusätzliche Studienplätze bis 2015,
- zur klaren Förderung der Juniorprofessur,
- zur besseren und vereinheitlichten Durchlässigkeit für ein Studium ohne Abitur für beruflich Qualifizierte,
- zu konkreten Schritten in Richtung einer verlässlichen Laufbahn für den wissenschaftlichen Nachwuchs im Sinne eines echten "tenure track" und
- zur Umstellung der Studienfinanzierung zwischen den Ländern auf ein Anreizsystem nach dem Prinzip "Geld folgt Studierenden" zu treffen.
Neben der Schaffung von Studienplätzen und der weiteren Verbesserung der Studienbedingungen muss das Ziel in den Mittelpunkt rücken, den Zugang zu den Hochschulen deutlich durchlässiger zu machen. Unser Ziel ist es, den Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte zu erweitern und bundesweit zu vereinheitlichen (Studium ohne Abitur). Wir wollen, dass ein Meister-Abschluss oder ein vergleichbarer Abschluss für ein Hochschulstudium qualifiziert. Auch wer eine Berufsausbildung abschließt und drei Jahre gearbeitet hat, muss mindestens die Chance erhalten, an einer Fachhochschule zu studieren. Um den Menschen mehr Aufstiegschancen durch Bildung zu geben, müssen mehr Aufstiegsmöglichkeiten in der Bildung geschaffen werden.
Der Bildungsgipfel von Bund und Ländern im Oktober bietet die Chance, auch in der Hochschulpolitik wichtige Weichenstellungen in gesamtstaatlicher Verantwortung vorzunehmen. Diese Chance muss ergriffen werden. Wir brauchen klare Vereinbarungen für mehr Studienplätze, gute Studienbedingungen, bessere Betreuung und mehr Durchlässigkeit an den Hochschulen. Der soziale Hintergrund darf nicht den Ausschlag dafür geben, ob junge Menschen in den Genuss guter Lehre an den Hochschulen kommen oder nicht. Das Ziel heißt: Gute Lehre für alle.






