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13.05.2008 | Ausbildungsmarkt: Zum Ausruhen besteht kein Anlass

Pressemitteilungen

Zur Aussage des Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, wonach in diesem Jahr erstmals seit 2001 wieder mehr offene Ausbildungsstellen als Bewerberinnen und Bewerber zu erwarten seien, erklärt der bildungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jörg Tauss:

Ausbildungsmarkt: Zum Ausruhen besteht kein Anlass

Der Ausbildungsmarkt entwickelt sich gut. Das Handwerk meldet erneut ein Plus bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnet einen erneuten Zuwachs bei den gemeldeten Lehrstellen. Der Berufsbildungsbericht 2008 schätzt, dass erneut deutlich über 600.000 Ausbildungsplätze angeboten werden. Es sieht so aus, als ob auch das Jahr 2008 ein gutes Ausbildungsjahr wird. Das ist gut für die jungen Menschen, die den Einstieg in eine berufliche Ausbildung suchen.

Aber: Die Behauptung, zum Ende des Ausbildungsjahres sei keine Lehrstellen-, sondern eine Bewerberlücke absehbar, ist eine Milchmädchenrechnung. Sie setzt auf den statistischen Effekt, dass auch all diejenigen Jugendlichen, die in einer der zahlreichen Warteschleifen landen, erst einmal als „vermittelt“ gelten. Das sind Jahr für Jahr rund 100.000 Jugendliche.

Aber die Probleme lassen sich nicht einfach wegrechnen. Fakt ist, dass wir nach wie vor einen deutlichen Nachfrageüberhang am Ausbildungsmarkt haben. Das zeigt sich an den über 300.000 Bewerberinnen und Bewerbern, die schon lange vergeblich nach einer Lehrstelle suchen. Auch all diesen Jugendlichen eine Chance zu geben – das ist eine der großen anstehenden Herausforderungen am Ausbildungsmarkt.

Zum Ausruhen besteht also kein Anlass. Wir brauchen nicht weniger, sondern noch mehr Ausbildungsplätze. Auch deswegen muss das Gesetz zum Ausbildungsbonus jetzt rasch verabschiedet werden.

Die Wirtschaft bleibt in der Verantwortung, alle jungen Menschen mitzunehmen und für gut qualifizierten Fachkräftenachwuchs zu sorgen. Gute und gleiche Lebens- und Teilhabechancen aller in Deutschland lebenden Menschen und die langfristige Absicherung der Grundlagen unseres Wohlstandes sind zwei Seiten einer Medaille.