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13.12.2007 | Studiengebühren verletzen die Chancengleichheit – Studienfinanzierung muss umgestellt werden

Pressemitteilungen

Zu Presseberichten bezüglich der vom Statistischen Bundesamtes veröffentlichten aktuellen Studierendenanfängerzahlen erklärt der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jörg Tauss, MdB:

Studiengebühren verletzen die Chancengleichheit – Studienfinanzierung muss umgestellt werden

Studiengebühren schrecken nach wie vor von der Aufnahme eines Studiums ab. Das zeigen die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Sie vergrößern zudem die Chancenungleichheit in der Bildung, da sie vor allem die Zugangsbarrieren für Studienbewerber aus sozial schwachen Familien steigern. Die SPD steht daher weiter für ein gebührenfreies Studium bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss.

Auch wenn die Studienanfängerzahlen erstmals seit Jahren wieder steigen, so ist doch der Zusammenhang zwischen Studiengebühren und vergleichsweise geringeren Zuwächsen oder gar Rückgängen der Studienanfängerzahlen offensichtlich. Damit riskieren die Befürworter einer „Campus-Maut“ – anders können Studiengebühren gar nicht beschrieben werden – das gemeinsame Ziel, die Studienanfängerquote auf 40 Prozent zu erhöhen.

Die ungleiche Entwicklung in den einzelnen Ländern belegt zudem erneut die Notwendigkeit, in der Studienfinanzierung endlich zu einer grundlegenden Reform zu kommen. Der u.a. vom Berliner Senator Prof. Zöllner vorgeschlagene so genannte „Vorteilsausgleich“ für die Länder, die über ihren eigenen Bedarf Studienkapazitäten anbieten, ist bisher der am weitesten gediehene Vorschlag im Sinne des Anreizprinzips „Geld folgt Studierenden“. Leider haben die Länder diese Chance in den Verhandlungen 2006 zum Hochschulpakt nicht genutzt. Mit der laufenden Debatte zur zweiten Stufe der Föderalismusreform besteht erneut die Möglichkeit, hier zu einer neuen, modernen und belastbaren Reform der Studienfinanzierung zu kommen.

Herr Prof. Zöllner hat die volle Untersützung der SPD-Bundestagsfraktion. Wir sind überzeugt, dass der Bund auch hier auf Wunsch – wie beim Hochschulpakt – einen substanziellen Beitrag für eine zukunftsfeste Lösung leisten kann.

Foto: FSU/Günther