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31.10.2006 | Studiengebühren bedeuten radikalen Bruch des Generationenvertrages

Pressemitteilungen

Anlässlich seiner heutigen Rede zum Thema Generationengerechtigkeit vor der Evangelischen Arbeitnehmerschaft der ev. Landeskirche in Baden erklärt der Generalsekretär der SPD in Baden-Württemberg und bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jörg Tauss, MdB:

Studiengebühren sind sozial ungerecht und bildungspolitisch kontraproduktiv, darüber hinaus stellen sie einen radikalen Bruch des Generationenvertrags dar. Sie werden von einer Generation eingeführt, die selbst keinen Cent für ihr Studium bezahlt hat.

In Zeiten, in denen wir mehr und nicht weniger Hochschulabsolventen brauchen, schrecken Studiengebühren und drohende Schuldenlasten viele junge Menschen, vor allem junge Frauen, von einem Studium ab. Die Wirtschaft sucht händeringend nach hochqualifizierten Arbeitskräften, daher können wir es uns nicht leisten, dass die jüngeren Generationen schlecht ausgebildet werden. Studiengebühren sind gegenwärtig das größte Risiko für die Sicherung unseres Fachkräftenachwuchses. Deutschland darf sich durch dieses neue „Campus-Steuer“ bildungspolitisch kein Bein stellen.

Generationengerechtigkeit in der Bildung bedeutet auch, dass die berufliche Weiterbildung im Alter im Rahmen der Initiative 50plus ausgebaut werden muss. Wenn das faktische Renteneintrittsalter erhöht werden soll, muss dies auch zur Konsequenz haben, dass ältere Menschen bis dahin auch am Arbeitsmarkt teilnehmen können. Es braucht eine gute berufliche Weiterbildung, um für die steigenden Qualifikationsanforderungen des Arbeitsmarktes gerüstet zu sein. Hier sind bessere Angebote notwendig, die aber auch wahrgenommen werden müssen. Es darf nicht sein, dass der geistige Abschied aus dem Berufsleben bereits mit 55 erfolgt.

Deutschland braucht gut qualifizierte Arbeitskräfte – die älteren wie die jüngeren. Ein gebührenfreies Erststudium und ein breites Weiterbildungsangebot sind die unabdingbare Voraussetzung dafür.