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24.08.2006 | Medienkompetenz ist wichtiger als symbolpolitische Verbotsforderungen

Pressemitteilungen

Anlässlich des Beginns der Messe für Computer-Spiele „Games Convention 2006“ in Leipzig erklärt der medienpolitische Sprecher der Fraktion der SPD im Deutschen Bundestag, Jörg Tauss, MdB:

Medienkompetenz ist wichtiger als symbolpolitische Verbotsforderungen

In Leipzig findet zur Zeit die Messe der Computerspielebranche „Games Convention 2006“ statt, die erneut eindrucksvoll die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung dieses Mediums in das Blickfeld der Öffentlichkeit rückt. Computerspiele sind heute ein bedeutender Teil der Jugendkultur, mehr als viele Erwachsene es wahrnehmen. Die Richtung dieser kulturellen Entwicklung hängt nicht nur stark von der Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen selbst ab, sondern auch von der Kompetenz der Eltern und der Lehrerinnen und Lehrer.

Gerade vor dem Hintergrund der immer wieder angestoßenen Diskussion nach einem Verbot der sogenannten „Killerspiele“, wie sie auch etwas leichtfertig Eingang in die Koalitionsvereinbarung gefunden hat, sowie vor dem Hintergrund der immer wieder geforderten Kontrolle der Inhalte im Internet bleibt festzustellen: Der Jugendmedienschutz, der erst vor drei Jahren grundlegend modernisiert worden ist, hat sich im Wesentlichen bewährt. Mit dieser Novellierung des Jugendmedienschutzes wird den gewandelten Anforderungen eines Kinder- und Jugendschutzes, insbesondere der Weiterentwicklung der neuen Medien, Rechnung getragen, um dem gesteigerten Informationsbedürfnis in einer modernen Informationsgesellschaft genügen und zum anderen Kinder und Jugendliche vor Gefährdungen und Beeinträchtigungen schützen zu können.

Notwendiger als alle Verbotsforderungen ist es jedoch, die heranwachsenden Kinder und Jugendlichen tatsächlich in die Lage zu versetzen, kompetent und verantwortungsbewusst mit den alten und neuen Medien – und zwar vom Fernsehen über den Umgang mit Computern bis hin zu Computerspielen – umzugehen. Ob aus dem Umgang mit den alten und neuen Medien oder auch mit Computerspielen ein Spiel Segen oder Fluch wird, hängt nicht zuletzt auch von der Medienkompetenz der Eltern und Lehrer ab. Wer Computer und Computerspiele für das Ende aller Pädagogik hält, wird zu dieser realen Welt der Jugendkultur und zu den Kindern und Jugendlichen keinen Zugang haben.

Einen wichtigen Erfolg hat die „Games Convention 2006“ dennoch schon gebracht: Es ist ihr gelungen, die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung dieser neuen Branche zu thematisieren und zugleich zur Versachlichung der Debatte um den Umgang mit Computerspielen und die politische Diskussion hinsichtlich immer neuer Verbote beizutragen.