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25.04.2006 | Ausbildungschancen für die junge Generation sicherstellen

Pressemitteilungen

Anlässlich des heute vom Bundeskabinett beschlossenen Berufsbildungsberichtes 2006 erklären der zuständige Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion, Willi Brase, MdB, der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jörg Tauss, MdB sowie die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Nicolette Kressl, MdB:

Das Bundeskabinett hat heute den Berufsbildungsbericht 2006 beschlossen. Die berufliche Bildung und insbesondere die duale Berufsausbildung eröffnen nach wie vor für den Großteil der jungen Generation in Deutschland den Zugang zu einer qualifizierten Fachkräftetätigkeit. Die Ausbildungsbilanz des vergangenen Jahres zeigt deutlich, dass der von uns auf den Weg gebrachte Ausbildungspakt auch in seinem zweiten Jahr wichtig und sinnvoll ist. Deutlich wird aber auch, dass weitere Bemühungen notwendig sind, um die Chancen der jungen Menschen auf eine qualifizierte Berufsausbildung langfristig und nachhaltig zu verbessern. Die Anstrengungen der Wirtschaft zur Schaffung von Ausbildungsplätzen reichen bei weitem nicht aus.

Zwischen dem 01. Oktober 2004 und dem 30. September 2005 wurden bundesweit zwar insgesamt 550.180 neue Ausbildungsverträge geschlossen – dies sind jedoch zugleich 22.800 Verträge oder vier Prozent weniger als im Vorjahr. Damit hat sich nach dem positiven Ergebnis im Jahr 2004 leider wieder die ungünstige Entwicklung der vorangegangenen Jahre fortgesetzt. Betrachtet man dagegen die Zahl der betrieblichen Ausbildungsverträge, dann wurden im Jahr 2005 mit 505.191 Verträgen immerhin noch rund 7.900 neue betriebliche Ausbildungsverträge mehr abgeschlossen als noch im Jahr 2003. Parallel dazu konnte die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit als unvermittelt gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber um 3.161 oder etwas mehr als sieben Prozent verringert werden. Bis Mitte Januar 2006 konnte diese Zahl durch intensive Nachvermittlungsaktionen, die im Rahmen des Ausbildungspaktes von den Arbeitsagenturen in enger Kooperation mit den Kammern durchgeführt wurden, auf rund 15.200 reduziert werden.

In ihrer Koalitionsvereinbarung haben sich CDU, CSU und SPD in aller Deutlichkeit zur Bedeutung von Bildung, Ausbildung und Qualifizierung bekannt. Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt es, dass die Bundesregierung im Jahr 2005 zahlreiche Maßnahmen und Aktivitäten der Ausbildungsoffensive fortgesetzt und angekündigt hat, die Wirtschaft hierbei durch verschiedene staatlich finanzierte Programme flankierend zu unterstützen. Es muss das oberste Ziel bleiben, dass alle Jugendlichen ein Ausbildungsangebot erhalten, ist doch die Sicherung eines ausreichenden Fachkräftenachwuchses für die Zukunft zugleich auch von existenzieller Bedeutung für die Zukunft unserer Unternehmen. Aus diesem Grund werden wir uns auch dafür einsetzen, dass das weltweit anerkannte System der dualen Berufsausbildung in Deutschland in Zusammenarbeit mit allen Akteuren zukunftsfest und zukunftsfähig weiterentwickelt wird. Vor diesem Hintergrund unterstützt die SPD-Bundestagsfraktion die Einsetzung des „Innovationskreises für berufliche Bildung“, der sich aus hochrangigen Repräsentanten aus Unternehmen, Wissenschaft, Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und den Ländern zusammensetzt und der durchgreifende Reformen in der beruflichen Bildung auf den Weg bringen soll. Hierzu gehört die Gestaltung des wirtschaftlichen Strukturwandels auf dem Ausbildungsmarkt ebenso wie die europäische Einbettung der dualen Ausbildung. Es muss verhindert werden, dass sich weiterhin ausbildungsfähige Betriebe aus der Ausbildung zurückziehen. Die SPD-Bundestagsfraktion appelliert zugleich an die Betriebe, ihrer sozialen und wirtschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden - in ihrem eigenen wie auch im gesamtgesellschaftlichen Interesse.