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09.09.2009 | Bürgerbriefverteilung Gochsheim

Unterwegs

Beim Verteilen der Bürgerbriefe in Gochsheim kam es auch zu netten Gesprächen mit den Nachbarn und Nachbarinnen.
Wer sich dafür interessiert, findet nachfolgend den Text des Briefes.

Persönliches zur Bundestagswahl am 27. September

Liebe Nachbarn,
sehr geehrte Damen und Herren,

seit einigen Jahren wohnen meine Frau und ich sehr gerne in Gochsheim. Viele kennen mich seit dieser Zeit oder schon wesentlich länger. Über zweihundertfünfzig Gochsheimerinnen und Gochsheimer, darunter auch viele Schülerinnen und Schüler, konnte ich bereits persönlich im Reichstagsgebäude in Berlin begrüßen. An alle diese Begegnungen erinnere ich mich sehr gerne.

Seit geraumer Zeit führt die Staatsanwaltschaft Karlsruhe gegen mich Ermittlungen durch. Die Begleitumstände dieser Ermittlungen, insbesondere Darstellungen in der Presse von BILD bis Spiegel, sind selbst für mich immer wieder erstaunlich. Ich bleibe dabei, dass ich mir im Sinne der Anklage der Staatsanwaltschaft und entgegen aller Vorverurteilungen keine Vorwürfe zu machen brauche und dass ich, als mit dem Thema Kinderpornografie befasster Abgeordneter, korrekt im Sinne des Gesetzes gehandelt habe.

Dennoch habe ich mich entschieden, nach diesen juristisch noch ungeklärten Vorwürfen auf eine erneute Bundestagskandidatur zu verzichten. Wegen Differenzen mit meiner früheren Partei im Bereich der Bürgerrechte und der Rechtspolitik habe ich mich ungeachtet dessen im Juni der neuen Bürgerrechtsbewegung „Piratenpartei“ angeschlossen, die Sie auf Platz 17 des Stimmzettels zur Bundestagswahl finden. Zu unseren Zielen finden Sie einiges auf der Rückseite dieses Schreibens. Selbstverständlich freue ich mich über viele Zweitstimmen in Gochsheim für die „Piraten“ und beantworte gerne Fragen.

Ihr
Jörg Tauss

Rückseite des Schreibens:

Piratenpartei?

Die Piratenpartei ist Teil einer europäischen politischen Bewegung, die ihren Ursprung in Schweden nahm und dort bei der Europawahl bereits über 7% der Stimmen erhielt. In Karlsruhe waren es auf Anhieb immerhin bereits über 2%. Der Name der Partei kommt auch aus Schweden, weil dort deren Gegner aus dem Bereich der „Musikindustrie“ junge Leute, die im Internet Musikstücke getauscht hatten, als „Piraten“ diffamierten. Dieser Begriff wurde deshalb positiv besetzt und mit dem Kampf um Bürgerrechte und demokratische Freiheiten verbunden.

Denn in immer mehr Staaten werden gegen den Widerstand der Piraten Grundrechte eingeschränkt - leider auch in Deutschland infolge eines falsch verstandenen Sicherheitswahns und eines laxen Umgangs mit den persönlichen Daten der Bundesbürger im staatlichen und im privaten Bereich (siehe Datenschutzskandale im letzten und in diesem Jahr von Lidl bis Telekom).

„Piraten“ gibt es in zwischenzeitlich mehr als 20 Staaten. Zur Bundestagswahl treten sie mit dem Motto „Klarmachen zum Ändern“ in allen Bundesländern mit Ausnahme Sachsens an, wo eine Konzentration auf die vor kurzem stattgefundene Landtagswahl erfolgte.

Das Programm der „Piraten“ ist im Internet unter http://piratenpartei.de abrufbar.

„Piraten“ setzen sich ein...

für den Erhalt unserer Grundrechte und des Rechtsstaates

für den Erhalt der Privatsphäre - „online“ wie „offline“

für informationelle Selbstbestimmung und mehr Datenschutz

für den freien Zugang zu Bildung und Wissen

für einen transparenten Staat und Informationsfreiheit

gegen einen veralteten Patent- und Copyrightwahn

für mehr Basisdemokratie

Interesse? Einfach mal bei einem unserer Stammtische in Bretten, im Internet vorbeischauen oder bei mir anrufen.